Ein Bluetooth-Codec ändert, wie Musik zwischen Handy und Kopfhörer verpackt wird: mit welcher Datenrate, in welchem Zahlenformat und mit welchen Geräten das geht. Ob du den Unterschied hörst, ändert er nach dem, was wir belegen können, nicht. Diese Seite hält deshalb nur Fakten fest, jede mit Quelle, und sagt nichts darüber, welches Verfahren besser ist. Im Katalog stehen 20 Bluetooth-Kopfhörer und 36 True-Wireless-Modelle, geprüft am 30. September 2026. Das Feld «Codecs» enthält nur, was der Hersteller nennt.
Was ein Codec tut
Bluetooth überträgt für Musik weniger Daten, als eine unkomprimierte Datei enthält. Ein Codec verkleinert die Daten auf der Senderseite, meist mit Verlusten, und baut sie auf der Empfängerseite wieder auf. Er legt dabei fest, wie viele Kilobit pro Sekunde fliessen, mit welcher Abtastrate und Wortbreite das Signal beschrieben wird und wie das Verfahren mit einer schwachen Funkverbindung umgeht. Das ist die technische Seite. Was du davon wahrnimmst, hängt von der Musik, den Geräten und deinem Gehör ab, und dazu machen wir keine Aussage.
Wer den Codec wählt
Der Codec wird zwischen den beiden Geräten ausgehandelt. Beide müssen ihn beherrschen, sonst fällt die Verbindung auf ein Verfahren zurück, das beide können. Für die klassische Bluetooth-Übertragung (A2DP) ist SBC der Pflichtcodec, alle anderen sind optional (Wikipedia: SBC). Ein iPhone unterstützt nach den Angaben von SoundGuys nur AAC und SBC, und der Codec lässt sich dort nicht wählen. Bei Android-Handys steht die Auswahl bei den Entwickleroptionen, sofern das Handy mehrere Codecs bietet. Ein Kopfhörer mit vielen Codecs nutzt dir daher nur so viel, wie dein Zuspieler mitmacht.
Die Codecs im Überblick
Die Zahlen sind Angaben der Anbieter der jeweiligen Verfahren, keine Messungen von uns.
| Codec | Anbieter | Datenrate laut Anbieter | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| SBC | Bluetooth SIG | typisch 328 kbit/s bei 44,1 kHz und 345 kbit/s bei 48 kHz in der Voreinstellung «High Quality» (Wikipedia) | Pflichtcodec von A2DP |
| AAC | MPEG-Normen | keine einheitliche Herstellerangabe | optional in A2DP, auf iPhones verfügbar |
| aptX | Qualcomm | 384 kbit/s bei 48 kHz, 325 kbit/s bei 44,1 kHz, 16 Bit (aptX) | Sender und Empfänger brauchen aptX |
| aptX HD | Qualcomm | 570 kbit/s, 24 Bit (aptX) | Sender und Empfänger brauchen aptX HD |
| aptX Adaptive | Qualcomm | einstellbar von 276 bis 420 kbit/s, 24 Bit (aptX) | passt die Datenrate der Verbindung an |
| aptX Lossless | Qualcomm | bitgenaue Übertragung von 16 Bit bei 44,1 kHz (Qualcomm) | Teil von Snapdragon Sound, beide Geräte müssen ihn unterstützen |
| LDAC | Sony | 330, 660 oder 990 kbit/s, dazu ein Modus, der zwischen den Stufen wechselt (Sony) | Quellcode im Android Open Source Project, Lizenz von Sony für Empfänger nötig |
| LHDC | Savitech, HWA | Stufen zu 400, 600 und 900 kbit/s (Wikipedia: LHDC) | Sender und Empfänger brauchen LHDC |
| LC3 | Bluetooth SIG | keine feste Zahl, Pflichtcodec von LE Audio (Bluetooth SIG) | gehört zu LE Audio, nicht zu A2DP |
Die Tabelle zeigt nur Maximalwerte und Nennwerte. Wie viel davon im Alltag fliesst, hängt von der Verbindung ab, und bei Verfahren wie LDAC oder aptX Adaptive wechselt die Datenrate laufend. Eine höhere Zahl in der Tabelle ist kein Urteil über das Ergebnis, denn die Verfahren arbeiten unterschiedlich.
LE Audio und LC3
LE Audio nutzt den Bluetooth-Funk mit niedrigem Energiebedarf statt des klassischen Funks und den Codec LC3. Nach der Bluetooth SIG müssen beide Seiten dasselbe Verfahren sprechen, ein Kopfhörer für klassisches Audio arbeitet nicht mit einer LE-Audio-Quelle zusammen, wenn er LE Audio nicht selbst beherrscht (Bluetooth SIG). Viele Geräte sprechen beides. Im Katalog führen wir LC3 als Codec, wenn der Hersteller ihn nennt: Bluetooth-Kopfhörer mit LC3 und True-Wireless-Modelle mit LC3. Ob dein Handy LE Audio anbietet, steht beim Handyhersteller.
Was die Bluetooth-Version aussagt
Die Versionsnummer beschreibt den Stand der Funkspezifikation, die das Gerät unterstützt. Sie legt nicht fest, welche Codecs ein Gerät hat. Ein Kopfhörer mit neuer Version kann nur SBC und AAC bieten, ein älteres Modell kann LDAC haben. Deshalb führt der Katalog Version und Codecs als getrennte Felder.
Woran du im Katalog siehst, was dein Gerät kann
Prüfe zuerst, was dein Zuspieler unterstützt. Dann filterst du den Katalog nach dem Codec:
- AAC: Bluetooth-Kopfhörer mit AAC und True-Wireless-Modelle mit AAC.
- aptX-Familie: Bluetooth-Kopfhörer mit aptX, mit aptX Adaptive und mit aptX Lossless.
- LDAC: Bluetooth-Kopfhörer mit LDAC und True-Wireless-Kopfhörer mit LDAC.
- LHDC: True-Wireless-Modelle mit LHDC.
Ein leeres Feld heisst nicht, dass der Codec fehlt, sondern dass der Hersteller keine Liste veröffentlicht hat. Das ist bei einigen Modellen der Fall, etwa bei Apple AirPods Pro 3. Bei einigen Herstellern gibt es zusätzlich eigene Verfahren, zum Beispiel bei Samsung Galaxy Buds4 Pro. Der Katalog führt sie nur, wenn sie im Datenmodell vorgesehen sind.
Was wir bewusst nicht behaupten
Wir sagen nicht, dass ein Codec besser ist als ein anderer, dass sich die Übertragung hören lässt oder dass eine höhere Datenrate einen Kaufgrund liefert. Dafür bräuchten wir belastbare Hörtests, und die haben wir nicht. Die Datenrate ist ein Wert des Verfahrens, kein Ergebnis. Wenn dir das Thema wichtig ist, prüfe die Angaben der Anbieter in den verlinkten Quellen und, falls möglich, den Vergleich am eigenen Gerät.
Kurzcheck
- Welche Codecs kann dein Handy oder Laptop senden?
- Nennt der Hersteller des Kopfhörers die Codecs ausdrücklich, oder fehlt die Angabe?
- Teilen beide Geräte mindestens einen Codec ausser SBC?
- Braucht das Verfahren einen Modus oder eine Lizenz, die dein Gerät bieten muss?
Häufige Fragen
Was ist besser, AAC oder aptX?
Das beantworten wir nicht. Technisch sind es verschiedene Verfahren mit eigenen Datenraten und Voraussetzungen. Auf einem iPhone steht nur AAC zur Wahl, aptX nutzen Android-Geräte mit passender Ausstattung.
Unterstützt das iPhone aptX oder LDAC?
Nein. Nach SoundGuys nutzt ein iPhone AAC und SBC.
Was ist SBC?
Der Pflichtcodec von A2DP. Jedes Gerät mit A2DP beherrscht ihn. Er dient als Rückfall, wenn kein anderer gemeinsamer Codec da ist.
Ist Bluetooth-Audio immer verlustbehaftet?
Von den hier genannten Verfahren beschreibt nur aptX Lossless die Übertragung als bitgenau, und zwar für 16 Bit bei 44,1 kHz. Für die übrigen nennen die Anbieter keine bitgenaue Übertragung.
Brauche ich LDAC für hochauflösende Musik?
Es ist ein Weg, hohe Datenraten zu übertragen. Ob du es brauchst, hängt von deinem Zuspieler, deinem Streamingdienst und deinem Gehör ab. Eine Pflicht ist es nicht.
Verkürzt ein Codec die Akkulaufzeit?
Manche Hersteller nennen kürzere Laufzeiten mit bestimmten Codecs. Der Katalog speichert die Laufzeit nur mit der Bedingung Geräuschunterdrückung an oder aus, nicht nach Codec.